Donnerstag, 21. Juni 2018

OpenBSD 6.3 auf dem Desktop


Ich bin nun schon seit fast 20 Jahren im Linux Umfeld unterwegs (oh Mann, ich werde alt...) und muss sagen, die aktuelle Richtung in der sich die Mainstream Distributionen entwickeln gefällt mir absolut nicht, irgendwie geht das 'Feeling' von früher verloren... böse Stimmen könnten auch behaupten alles wird zu leicht und schmerzfrei.

Zeit mal wieder etwas neues auszuprobieren! Die Philosophie von OpenBSD hat mir schon immer zugesagt, weshalb ich auch in den letzten Jahren öfter mal einen Blick über den Tellerrand gewagt hatte, was mir zuerst 6.1 und dann 6.2 auf die Platte beförderte, beides konnte sich aber nie auf Dauer halten. Da mir das derzeit auf meinem heimischen Produktivsystem installierte Ubuntu Mate in letzter Zeit zunehmend Schwierigkeiten bereitet möchte ich hier nun die (hoffentlich finale) Migration auf OpenBSD 6.3 dokumentieren.

 Da ich gerade unter einem akuten Mangel an freien USB Sticks leide habe ich das ISO ganz nach altväterlicher Sitte auf eine CD gebrannt und mich durch den nach wie vor gewöhnungsbedürftigen aber eigentlich unkomplizierten Installer gehangelt. Sofern man keine Sonderwünsche bei der Partitionierung hat kann man getrost überall die Default Werte stehen lassen. Nachdem der Installer dann seine Sets von einem Mirror bei mir in der Nähe geladen hat und ein paar der üblichen Fragen (root Passwort, anlegen eines normalen Users...) beantwortet wurden stand nach etwas über 10 Minuten der post-installations-reboot an.

Nach dem grafischen Login landet man wie auch schon bei den vorangegangenen Versionen von OpenBSD im zwar spartanischen aber gut nutzbaren fvwm:




Da ich durch meine Zeit beim Pinguin schon etwas verwöhnt bin was grafische Oberflächen angeht (nichts gegen fvwm... aber hübsch isser nu nicht...) befördert mir das folgende Kommando einen XFCE Desktop und einen netten kleinen Editor auf die Platte:

"pkg_add nano consolekit2 xfce xfce-extras"


Jetzt werden noch zwei Konfigurationsdateien angepasst:

- In der rc.conf.local ergänze ich folgendes:

apmd_flags="-A" 

und 

pkg_scripts="messagebus"


Als normaler User erstelle ich in meinem Home Verzeichnis dann noch ein .xsession File um zuerst Consolekit und anschließend das XFCE Desktop zu starten:

exec ck-launch-session startxfce4


Als krönender Abschluss lasse ich dann nochmal syspatch laufen um mir alle seit dem Release angesammelten Patches für das System zu ziehen und zu installieren.

Nach einem Reboot (der 2. Während der ganzen Installation... versucht das mal mit Windows!) und seit dem Einlegen der Installations-CD vergangenen 30 Minuten habe ich nun einen voll funktionsfähigen und optisch ansprechenden  Desktop vor mir und kann beginnen die ganzen benötigten Anwendungen zu installieren und die (viel zu große) Sicherung meines Home-Directories zurück zu kopieren:









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